Sonntag, 22. April 2018

Créme caramel au beurre salé und Rezension zu 'Die Wolkenfischerin' von Claudia Winter


Lest ihr auch so gerne wie ich?! 
In den letzten Jahren hat sich mein Leseverhalten etwas verändert. Früher habe ich ein Buch nach dem nächsten verschlungen und meine Urlaubskoffer hatten nicht zuviel Übergewicht wegen zuviel mitgenommenen High Heels, sondern wegen unzähligen Büchern. 
Heute bleibt die Zeit meist nur für eine Kochzeitschrift auf die Schnelle oder für eine Frauenzeitschrift, die beim Frisör ausliegt, übrig.
Naht aber der Urlaub und die Sommerzeit, dann fängt es an wieder zu klopfen, mein kleines sehnsüchtiges Bücherherzchen. 
Übergewicht im Koffer wird durch meinen neuen E-Book-Reader vermieden, aber leider kann ich mich nicht ganz mit ihm anfreunden. Ich liebe es einfach ein Buch zu 'spüren'.

So ist es mir auch diesmal in den Osterferien ergangen als ich das neuste Werk von Claudia Winter in den Händen hielt. 
'Die Wolkenfischerin' ist bereits mein drittes Buch von Claudia und ich konnte mich in dieses genauso gut hinein 'spüren' wie auch in ihre letzten beiden Bücher.


  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (18. Dezember 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442485738
  • ISBN-13: 978-3442485734

Klappentext zu dem Buch: Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …


Meine Meinung zu diesem Buch: Wie auch in den letzten beiden Büchern legt Claudia Winter großen Wert ihre Charakteren ihrem Leser nah zu bringen. Beim Lesen ihrer Büchern entwickeln sich Sympathie und Antipathie für die Menschen in ihrer Geschichte. Man fühlt mit ihnen, leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen und bangt mit ihnen. Sie wachsen einem so ans Herz, dass man am Ende eines jeden Buches das Gefühl hat, man verabschiede sich von Freunden und weiß nicht, ob und wann man sie wiedersieht.

Claire ist ein unheimlich starke Frau, die im Laufe des Buches an Sympathie gewinnt. Sie lässt ihre harte Schale langsam fallen und ihr weicher Kern kommt zum Vorschein.
Absoluter Symphatieträger ist ihr smarter Chef und die Menschen aus dem Ort Moguériec.
Als Leser würde man sich am liebsten ins Auto setzen und losfahren, um diesen kleinen beschaulichen Ort zu suchen und zu verweilen. Mit all seinen lieben und teilweise verschrobenen Bewohner.


Wie auch in den letzten Romanen kommen die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Claudia Winter schafft es immer wieder den Leser auf eine kulinarische Genussreise mitzunehmen. Galettes bretonnes, Crème de caramel au beurre salé, Bretonische Fischsuppe oder Gâteau Breton.
Der Leser darf teilweise bei der Zubereitung der Speisen teilnehmen, aber spätestens wenn die Düfte und der Geschmack beschrieben wird, befindet sich der Leser in der Bretagne.

Ich freue mich schon sehr auf das nächste Werk von Claudia Winter.
Wie auch in allen andern Büchern findet man am Ende einige Rezepte zu nachkochen und 'nachschmecken'.
Die Wahl für eine Rezept fiel mir nicht schwer, denn meine Kinder liebe Creme caramel. Als Brotaufstrich, auf Waffeln, auf einem frisch gebackenen Brioche oder absoluter Liebling: Auf oder in Eiscreme!!!


Créme caramel au beurre salé

200 g Zucker
100 g Butter
175 g Schlagsahne
2 Tl Fleur de sel

Zubereitung: In einer großen Pfanne den Zucker bei schwacher Hitze schmelzen lassen, bis goldfarbenes Karamell entsteht.
Das dauert ca. 10 Minuten. In dieser Zeit nicht umrühren, sondern die Pfanne nur leicht schütteln.
Das Karamell darf nicht zu dunkel werden.
Nun die Butter flöckchenweise einrühren und das Salz hinzugeben.
In einem Topf die Sahne erwärmen und unter Rühren vorsichtig in die Karamellmasse geben. Die Creme noch 3 Minuten kochen, in heiß ausgespülte Gläser füllen und gut verschließen. 
Die Creme kann im Kühlschrank etwa ein Monat aufbewahrt werden.


Salut... Eure mellimille


P.s.: Lieben Dank an den Goldmann Verlag und Random House, die mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt haben. 


Donnerstag, 28. Dezember 2017

Tschüss 2017 - Hallo 2018


Meine Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich möchte es nicht ganz verstreichen lassen ohne euch ein paar Zeilen zu schreiben....
Wie einige von euch mitbekommen haben, war 2017 ein sehr schweres und dunkles Jahr für mich und meine Familie.
Anfang Juni mussten wir uns von meinem Vater verabschieden. Es waren für uns sehr schwere Tage, Wochen und Monate. Die Zeit der Traurigkeit und des Schmerzes ist aber noch nicht vorbei. Gerade jetzt an den Feiertagen war es sehr schwer für uns alle...

Mein Vater war ein Koch aus Leidenschaft. Er war meine Quelle der Inspiration und zeigte mir, dass man einfach nur ein wenig experimentierfreudig, neugierig und mutig in der Küche sein muß, um etwas Gutes zustande zu bekommen.
Ich freute mich immer, wenn er meine Blogbeiträge las und dann mir seine Meinung dazu sagte.
Er stand nicht auf den 'neumodigen Chichi-Kram'. Bodenständig. Aber Klassiker aus der Küche neu interpretiert, dass mochte er.

Mir fehlte seit Juni die Muse zum Bloggen. Außerdem war mein letztes Rezept im Mai, mit einer der Lieblingskuchenstücke meines Vaters. Babas au Rhum! 

Das Bloggen schien mir nicht mehr möglich. Es fehlte mir an Lust und Kreativität.
Was ich aber in der blogfreien Zeit wirklich vermisste, war das fotografieren. So entstanden viele Naturbilder bei langen Spaziergängen mit Maja, unserer Hündin und Porträtaufnahmen.
Es weckte ein wenig die Fotoleidenschaft in mir. Nun möchte ich das Fotografieren von der Pique auf erlernen und werde mich in einen Kurs eintragen.

Nun sind wir am Ende des Jahres 2017 angelangt und es wird Zeit das vergangene Jahr abzuschließen und eine Vorschau ins Jahr 2018 zu starten.
Das Jahr 2017 lasse ich mit meinen Instagram - Monatsrückblicke Revue passieren:


Januar 2017

Februar 2017

März 2017

April 2017

Mai 2017

Juni 2017

Juli 2017

August 2017

September 2017

Oktober 2017

November 2017

Dezember 2017

Die Vorschau für 2018: Ich werde wieder bloggen. Aber ich werde neue Wege gehen. 
Es wird nach wie vor ein Foodblog bleiben, allerdings werde ich nun öfter Bücher rezensieren. 
Kochbücher, aber auch Romane, in denen es um das große Thema Food und Kochen geht. 
Die Vorfreude wächst und es beginnt langsam wieder in den Finger zu kribbeln. Das Blogfieber hat mich wieder...

Ich möchte mich bei allen treuen Leser/innen bedanken, die sich in den letzten Monaten bei mir erkundigt haben wie es mir geht und bei allen, die so lieb auf Instagram mir folgen und schreiben.
Für das Jahr 2018 wünsche ich euch allen nur das Beste.... vor allem aber GESUNDHEIT!
Eure Melli



Freitag, 12. Mai 2017

Babas au rhum aus dem Buch 'Französisch backen' von Aurélie Bastian


Dieses Wochenende hat es in sich. Allerlei Feiern warten auf uns. Am Samstag findet unsere alljährliche Eurovision Song Contest Party an, bei der jeder etwas aus einem europäischen Land kocht oder backt und mitbringt. Jedes Jahr sind wir nur am Staunen, was für ein tolles, buntes Buffet zusammen gekommen ist. 
Außerdem steht noch Konfirmation von der Tochter unserer Freunde statt und... meine Große wird 15! Oh weh, wo ist nur die Zeit hin?!


Es gibt also eine Menge zu tun und deswegen gibt es morgen zur ESC-Party diese Leckerei aus Frankreich: Babas au rhum! Sie lassen sich wunderbar am Tag vorher vorbereiten und so bleibt mir noch viel Zeit für die tausend anderen Kleinigkeiten, die zu erledigen sind.


Babas au rhum
 
1/2 Portion Briocheteig (siehe Rezept*)
etwas Butter und Mehl für die Form
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Für den Sirup:
1 Vanilleschote
700 ml Wasser
480 g Zucker
Saft und abgeriebene Schale von 1 Zitrone
100 ml Orangensaft
100 (200) ml Rum 
( für Kinder ohne Rum und dafür etwas mehr Orangensaft)
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530 g Sahne
110 g Puderzucker

Den Teig nach dem Rezept zubereiten. 8 Minuten lang den Teig kneten und 30 Minuten gehen lassen.
Den Teig in eingefettete und bemehlte Savarinförmchen (8 cm) 2/3 hoch einfüllen. Ich habe mein Donutblech verwendet, alternativ gehen auch Muffinförmchen.
Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
Im vorgeheizten Backofen ca. 20 - 25 Minuten backen.

Für den Sirup die Vanilleschote längs halbieren und zur Hälfte auskratzen. Das Vanillemark in die Sahne geben und diese kalt stellen. 
ausgekratze Vanilleschote, Wasser, Zucker, Zitronenabrieb und Zitronen-und Orangensaft in einen Topf geben, zum kochen bringen und so lange köcheln, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Dann den Rum dazugeben. ( Ich habe die 200 ml Rum verwendet....) Den Sirup durch ein feines Sieb in eine Auflaufform gießen.
Die abgekühlten Babas in den heißen Sirup legen und immer wieder vorsichtig wenden. 
Über Nacht die Babas in dem Sirup ziehen lassen und die Auflaufform in den Kühlschrank stellen. 
Vor dem Servieren die Babas kurz auf einem Gitter abtropfen lassen. Die Sahne steif schlagen und den Puderzucker langsam dazugeben. 
Die Sahne in einen Spritzbeutel füllen und auf die Babas spritzen. Dazu passen feine Scheiben Orangenfilets.



Die Babas werden am besten in kleinen Schälchen serviert, damit der gute Sirup nicht verloren geht.

Babas au rhum werden nicht nur in Frankreich, sondern auch in Italien gerne genascht. Dort haben sie allerdings eher die Form eines Kegels bzw. einer Birne. 


Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Salut... Eure mellimille

P.S. Die Rezension zu Aurélies tollen Buch findet ihr *Hier.

Freitag, 5. Mai 2017

Käsiges Bärlauch-Faltenbrot (Wild Garlic Pull Apart Bread with mozzarella)


....so ganz glaube ich noch nicht daran. Aber das Wetter soll tatsächlich besser werden!
Der Grill ist geputzt und poliert. Eigentlich kann es sofort los gehen: schmeißt den Backofen an, knetet fleißig Hefeteig für dieses käsige Bärlauch-Faltenbrot und rührt euer Bärlauchpesto an. Dem ungetrübten Grillvergnügen steht nichst mehr im Weg... ähhhh, bis auf die 1-2 vielleicht auch 3 dicken,grauen Regenwolken. Die denken wir uns jetzt aber einfach mal weg, ne?! 


Bärlauchpesto
200 g Bärlauch
50 g geröstete Pinienkerne
200 ml Sonnenblumenöl
100 g geriebenen Parmesan
2 El Zitronensaft
350-400 ml gutes Olivenöl

Bärlauch waschen und putzen. Grob klein schneiden.
Bärlauch mit den vorher gerösteten Pinienkernen, geriebenen Parmesan, Zitronensaft und Sonnenblumenöl in einen hohen Pürierbecher geben und zu feinem Brei pürieren. Dann das Olivenöl dazu geben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und noch einmal kurz pürieren. (Das Olivenöl gebe ich immer zum Schluß dazu, da es durch das lange Pürieren bitter werden kann.)
In ein sauberes Schraubglas geben und etwas Olivenöl oben auf geben, dann schimmelt das Pesto nicht so schnell. Im Kühlschrank aufbewahren. Hält ca. 4 Wochen.
Passt sehr gut zu Pasta, in Frischkäse eingerührt als Dip oder im Bärlauch-Faltenbrot.


Bärlauch-Parmesan-Faltenbrot

Für den Teig:

600 g + etwas Weizenmehl
300 ml lauwarmes Wasser
1 Würfel frische Hefe
1 TL Zucker
1 EL Salz
70 ml Olivenöl
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Für die Füllung:
ca. 8-10 El Bärlauchpesto
200 g geriebener Mozzarella
30 g gehobelter Parmesan

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen. Mehl, Zucker, Salz und Olivenöl in eine große Schüssel geben. Das Hefewasser in die Schüssel geben und alle Zutaten zu einem glatten Teig zusammen kneten.(Sollte der Teig zu klebrig sein, bitte etwas Mehl hinzufügen.) 
Den Teig an einem warmen Ort für ca. 1 Stunde zugedeckt ruhen lassen.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 1 cm dick zu einem Rechteck ausrollen. Das Bärlauchpesto darauf verstreichen und den geriebenen Mozzarella darauf verteilen.
Den Teig nun von der langen Seite her in 5 Streifen schneiden. Die Streifen werden wie bei einer Ziehharmonika aufeinander gelegt. Nun wird der Teig von der kurzen Seit in ca. 8 Stücke/Päckchen geschnitten. Diese Stücke werden aufrecht in eine mit Backpapier ausgelegten Kastenform gestellt und anschließend für 15-20 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen. 
Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Umluft ca. 20 Minuten backen. Den gehobelten Parmesan auf dem Faltenbrot verteilen und für ca. 10 weitere Minuten zu Ende backen. 
Das Brot ist warm wie auch kalt ein Genuss, passt zu Gegrilltem und zu Salat.



Lasst es Euch gut gehen und seht durch die Wolken die Sonne...
Salut... Eure mellimille

Freitag, 28. April 2017

Hessischer Krimmelkuchen (Streuselkuchen) mit Rhabarber und Erdbeeren


Der Frühling ist für mich Rhabarberzeit! Und gottseidank nicht mehr nur für mich, sondern auch für den Rest der Familie. Vor einigen Jahren stand ich nämlich noch ziemlich alleine auf weitem Raum und Flur als es um das Thema Rhabarbergenuss ging. 
Rhabarberkompott, Rhabarbersirup, Rhabarberkuchen... Kein Problem mehr. Alles wird gegessen und getrunken. Wenn ich Glück habe, bleibt sogar noch etwas für mich übrig.


Durch das Wetter habe ich dieses Jahr etwas länger auf meinen Rhabarber warten müssen, aber jetzt ist er da. Mit diesem leckeren Kuchen haben wir ihn ordentlich willkommen geheißen: ich liebe einfach unseren hessischen Krimmelkuchen (Streuselkuchen). Er schmeckt pur, mit Äpfeln, mit Puddingcreme und eben auch mit Rhabarber und Erdbeeren. Wir sind total verknallt!


Rhabarberkuchen 
mit Erdbeeren und Streuseln

500 g Weizenmehl
130 g Zucker
300 ml lauwarme Milch
100 ml neutrales Öl
1 Würfel frische Hefe
1 Prise Salz
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400 g Weizenmehl
250 g Zucker
250 g weiche Butter
 1/2 Tl Zimt
1 Prise Salz
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1 Ei, verrührt
500 g frischen Rhabarber (oder TK)
500 g frische Erdbeeren (oder TK)
5 El braunen Zucker

Für den Hefeteig die Hefe zerbröckeln und in der lauwarmen Milch verrühren.
Das Mehl in eine große Schüssel geben. Den Zucker, das Öl und eine Prise Salz dazugeben. 
Die Milch mit Hefe zufügen und zu einem glatten Teig kneten. 
Zugedeckt an einem warmen Ort für eine Stunde gehen lassen. 

Den Teig noch einmal durchkneten.
Erneut für ca. 30 Min. zugedeckt ruhen lassen und dann ausrollen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech auslegen. Noch einmal für ca. 30 Min. zugedeckt gehen lassen. 

Für die Streusel Mehl, Zucker und Butter in eine Schüssel geben und zu einem krümeligen Teig kneten. (Die Butter muß weich sein)
Den Hefeteig vorsichtig mit dem Ei bestreichen.
Den geputzten und klein geschnittenen Rhabarber und die geputzten Erdbeeren (sie müssen nicht klein geschnitten werden) auf dem Teig verteilen. Den braunen Zucker oben auf streuen.
Ebenso die Streusel gleichmäßig darauf verteilen. 
Teig noch einmal für 15 Minuten gehen lassen.
Bei 180 °C Heißluft, vorgeheizt, 30 Minuten backen.
Abkühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.



Für den klassischen hessischen Krimmelkuchen lasst ihr einfach das Obst weg.


Mit diesem Rezept holt ihr euch den Frühling ins Haus... diese knusprigen und buttrigen Streusel. Die Süße der Erbeeren. Der luftige Hefeteig. Die frische Säure des Rhabarbers. Und dann alles zusammen! Hach, läuft euch auch das Wasser im Mund zusammen?!


... ich bin dann mal in der Küche! Ich muß ein neues Blech Rhabarberkuchen mit Erdbeeren und Streuseln backen.
Salut.... Eure mellimille


Sonntag, 23. April 2017

Shortbread Fingers und 'Glückssterne' von Claudia Winter


Den 'Tag des Buches' möchte ich heute nutzen, um euch ein tolles Buch vorzustellen.
Ich bin ja eine leidenschaftliche Teilzeit-Leseratte. Das heißt, sobald ich Urlaub habe, lese ich ohne Ende und schaffe locker 2-3 Bücher in der Woche. 
In der Zeit ohne Urlaub (die im Gegensatz zur Urlaubszeit viiiiiel länger ist...) hat mich das Leben 1.0 so in der Hand, dass ich mir abends gerne Koch- und Backbücher anschaue, aber für richtige Schmöker mir einfach die Zeit und der Kopf fehlen.
Nun waren ja Osterferien und für mich hieß das wieder 'Lesezeit'. Nach Italien durfte mich der neuste Roman von Claudia Winter begleiten ('Aprikosenküsse' versüssten mir letztes Jahr den Sommerurlaub).



  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (12. Dezember 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442485436
  • ISBN-13: 978-3442485437


Der Klappentext zu dem Buch: Karriere, Heirat, Kinder. Die Anwältin Josefine weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Doch kurz vor der Hochzeit brennt Josefines Cousine mit einem Straßenmusiker nach Schottland durch, den legendären Familienring im Gepäck, den die Braut bei der Trauung tragen sollte. Als ihre abergläubische Großmutter daraufhin der Ehe ihren Segen verweigert, bleibt Josefine keine Wahl: Wutentbrannt reist sie dem schwarzen Schaf der Familie hinterher und gerät in den verregneten Highlands von einem Schlamassel in das nächste. Nicht nur einmal muss der charismatische Konditor Aidan der Braut in spe aus der Patsche helfen – dabei ist dieser Charmeur der Letzte, vor dem sie sich eine Blöße geben möchte. Aber der Zauber Schottlands lässt niemanden unberührt, und schon bald passieren seltsame Dinge mit Josefine, die so gar nicht in ihren Lebensplan passen ...


Meine Meinung zu diesem Buch: Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn der Klappentext verspricht eine wunderbare Liebesstory in den schottischen Highlands, verbunden mit allerlei Abenteuer - das alles bekam ich auch als Leser !
Allerdings fand ich etwas schwer in die Geschichte rein. Obwohl die Erzählung in meiner alten Heimat beginnt, dem Taunus und dem Rhein-Main-Gebiet, und ich mir die Wirkungsstätten bildlich im Kopf vorstellen konnte, fand ich jedoch keinen Draht zur Hauptdarstellerin. Josie wirkte unterkühlt und auch wenn sie ihr Leben voll verplant und perfekt organisiert hat, etwas naiv. 
Ihre Familienverhältnisse sind anfangs etwas undurchsichtig: ein Verlobter (der einem von der ersten Sekunde unsymphatisch ist), eine Mutter,beine Großmutter, eine verschwunden Cousine, zwei Tanten, eine Onkel mit Frau, Mutter, Vater.... sehr viele Personen und Namen, die man gleichzeitig im Kopf sortieren und von ihrem Charakter her einschätzen muß.
Als mir das aber nach einer gewissen Zeit gelungen ist, Josies Suche in Schottland beginnt und Aidan (eine Art modernen Mr. Darcy, der nach Schokolade, Kuchen und Kekse riecht) in mein Leben .... ähmmmm ... in Josies Leben eintritt, war es um mich geschehen und ich konnte den Roman nur schwer wieder weglegen.
Am Ende wünschte ich mir, dass es noch keine Ende gäbe und die inzwischen aufgetaute Josie und Aidan noch viel mehr erleben und ich als Leser dabei sein dürfte. Sogar die verschrobene Familie von Josefine war mir bis zum Ende des Buches so ans Herz gewachsen, dass ich am liebsten in Bad Homburg in der Villa der Großmutter mal auf eine Tässchen Tee vorbei geschaut hätte.
Wirklich ein gelungener Roman. 

Allerdings fehlte es mir etwas an der Bedeutung der 'Glückssterne', die ja nun einmal der Titel des Buches sind.
Und.... warum sind Waffeln auf dem Titelbild? Irgendwie gab es es keine einzigste Waffel in diesem Buch. Hätten nicht Sternenkekse aus Shortbread oder etwas ähnliches aus Schottlands Küche besser gepasst? Wie z.B. Butterscones, Finolas Schokoladenkuchen oder Murray & Sons Glückssterne, deren Rezepte auch im Buch enthalten sind. 
Auf jedenfall macht dieses Buch Lust auf mehr: Lust auf mehr Schottland, Lust auf mehr Köstlichkeiten der schottischen Bäckereien und Lust auf mehr Josie und Aidan und deren Familien.

(Kleine Bemerkung am Rande: Frau Ziegelow ist eine Wucht!)


Shortbread
(wie z.B. aus der Bäckerei 'Murray & Sons Ltd.', 
a taste of Scotland since 1830)

260 g weiche Butter
120 g Zucker
480 g Mehl
2 Päckchen Vanillezucker
1/3 Tl Salz
……. 
(etwas Zucker)

Die weiche Butter mit dem Zucker, Vanillezucker und dem Salz schaumig rühren. Das Mehl kurz (!) darunter rühren und den fertigen Teig in Folie gewickelt ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 160° Umluft vorheizen. Den Teig auf einem Backblech ca. 1/2 cm dick rechteckig ausrollen. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen und ca. 20 - 25 Minuten backen. 
Den noch heißen Teig mit einem scharfen Messer in Streifen von 2x7 cm schneiden (und wenn gewünscht, sofort in etwas Zucker wenden).



Und wie haltet ihr es mit dem Lesen? Seit ihr wie ich Teilzeit-Leseratten oder eher Vollblut-Leser? Was lest ihr denn am liebsten? Und was verbindet ihr mit dem taste of Scotland?
Salut... Eure mellimille

P.s.: Lieben Dank an den Goldmann Verlag und Random House, die mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt haben. Dieses Buch findet ihr z.B. *Hier.


Mittwoch, 12. April 2017

Frittelle di Mela - Apfelküchlein zu Pasquetta


In Italien wird Ostern groß gefeiert. Immerhin ist nach Weihnachten und Maria Lichtmesse der drittgrößte katholische Feiertag.
Den Osterhasen sucht man in Italien meist vergebens. Dafür gibt es übergroße Schokoladenostereier für die 50köpfige Verwandtschaft oder die traditionelle Colomba, eine aus Hefe gebackene Friedenstaube mit Zuckerkruste, Mandeln und verschiedenen Cremefüllungen oder kandierten Früchten.
Der Ostersonntag (Pasqua) wird gemeinsam mit der Familie gefeiert. Es wird zusammen zu Mittag gegessen. Man überreicht sich die Colomba oder die großen Schokoladeneier, in deren Inneres eine Überraschung wartet. Ewig sitzt die Familien zusammen und essen, trinken, quatschen und lachen.


Am Ostermontag (Pasquetta) trifft man sich mit seinen Freunden. Zusammen wird ans Meer gefahren oder ins Land hinaus und es wird gepicknickt. Dabei findet man dann wieder die Schokoeier oder die Colomba auf den Picknickdecken. 
Einige Dörfer organisieren auch große Picknickfeste für jedermann und dort findet man dann kleine Leckereien wie z.B. Polentaschnitten mit Kräutern, frittierte Frühlingszwiebeln oder eben auch diese leckeren frittierten Apfelküchlein (Frittelle di Mela).
Wir lieben sie heiß und innig. Sie gehören für uns schon fest zum Ostermontag dazu und wir freuen uns jedes Jahr auf's Neue darauf.


Frittelle di Mela
Für den Teig:
375 g Weizenmehl
3 Eier
2 Tl Backpulver
1 Prise Natron
2 El Orangensaft
1 Tl Zitronensaft 
2 El Amaretto (Kann aber auch weg gelassen werden)
5 El Zucker
125 ml Pflanzenöl
125 ml Milch
2-3 kleine Äpfel
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Öl zum Frittieren
Zucker/Zimt zum Wälzen

Alle Zutaten für den Teig in einer großen Schüssel gut verrühren.
Die Äpfel waschen, abtrocknen und in kleine Würfel schneiden. Die Apfelstückchen in den Teig einrühren.
In einem kleinen Topf ca. 5 cm hoch das Öl zum Frittieren einfüllen und auf mittlere Hitze auf 180°C erhitzen. 
Mit einem Eßlöffel kleine Teigportionen abstechen und mithilfe eines zweiten Löffels in das heiße Öl geben. Ca. 4 Küchlein etwa 4-5 Minuten frittieren bis sie goldgelb sind. Das Öl darf nicht zu heiß sein/werden, da sonst die Außenseiten zu schnell bräunen und das Innere noch roh ist.
Nach der Hälfe der Zeit, die Küchlein wenden. Nicht zu viele Apfelküchlein auf einmal ins Öl geben.
Die Küchlein kurz auf Küchenpapaier abtropfen lassen, dann gleich in Zucker/Zimt wälzen. Der Zucker haftet nur, wenn die Teigbällchen noch heiß sind.
Apfelküchlein schmecken am besten frisch!
Probiert sie auch einmal mit Vanilleeis oder -sauce.


Buona Pasqua, ihr Lieben und
Salut... Eure mellimille